Holzernte als Startschuss für natürliche Waldentwicklung – Naturschutz und Waldumbau im Fokus

 In Forstamt Oerrel, Regionale Presseregion Nordost

(Munster/Oerrel) Im Rahmen einer ökologisch bedeutsamen Erstinstandsetzung beginnen die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) in der Revierförsterei Karrenbusch im Spätsommer mit Holzernten entlang des Tals der Kleinen Örtze. Diese erfolgen auf einer Länge von knapp 2,5 Kilometern beidseits des Bachlaufs. Mit der Ernte des Nadelholzes entwickeln die NLF dort Erlenbruchwälder sowie bodensaure Eichen- und Buchenwälder.

Ziel der Erstinstandsetzung ist es, eine bessere Ausgangssituation für die Baumarten zu schaffen, die natürlicherweise am Bach wachsen. Dafür müssen die dort standortfremden Baumarten, insbesondere Fichte und Douglasie, geerntet werden. „Fichten würden hier aufgrund des feuchten Standortes eigentlich nicht vorkommen. Die Douglasie als eingebürgerte Art passt ebenfalls nicht in das empfindliche Ökosystem eines bachbegleitenden Bruchwaldes“, erklärt Stefan Heidecke, Revierleiter der Försterei Karrenbusch.

Die Holzernte erfolgt naturschonend und an alle Gegebenheiten angepasst: Hauptsächlich wird mit einem Spezialgerät vom Typ Highlander und Seilkrantechnik gearbeitet. In schwer zugänglichen oder besonders nassen Bereichen kommen zudem Motorsägen und Freischneider zum Einsatz. In trockeneren Lagen wird ein Harvester der Landesforsten verwendet.

„Wir arbeiten bei dieser Erstinstandsetzung eng mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Uelzen zusammen, um höchste ökologische Standards sicherzustellen“, betont Heidecke. Diese Maßnahme leistet einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung naturnaher Wälder und zur Verbesserung des Wasserhaushalts im sensiblen Ökosystem des Örtzetals.

Teile des beliebten Zapfenwegs sowie begleitende Wege entlang der Örtze werden während der Arbeiten zwischen Anfang August und Ende September 2025 gesperrt. Die Niedersächsischen Landesforsten bitten um Verständnis und weisen auf entsprechende Beschilderungen vor Ort hin.

Das Arbeitsgebiet liegt innerhalb mehrerer Schutzgebiete: es ist Teil des Naturschutzgebiets „Tal der kleinen Örtze“ und des Fauna-Flora-Habitats 081 „Örtze mit Nebenbächen“. Außerdem ist der Talraum der kleinen Örtze im Rahmen des Programms zur Natürlichen Waldentwicklung in Niedersachsen (NWE) stillgelegt. Bis Ende 2025 sind in diesen Bereichen noch sogenannte Erstinstandsetzungsmaßnahmen möglich. Ab dem Jahr 2026 sollen die betroffenen Flächen im Rahmen des NWE-Programms vollständig aus der forstlichen Nutzung genommen werden.

Hintergrund:

Die niedersächsische Landesregierung hat in ihrer Sitzung am 26. September 2017 mit der Entscheidung zum „NWE10“-Programm die natürliche Entwicklung auf zehn Prozent der Landeswaldflächen beschlossen.

Auf einer Waldfläche von insgesamt 333 Quadratkilometern der Landesforsten einschließlich Nationalpark Harz und der Domänen- und Moorverwaltung entwickeln sich nun ungestörte Naturwälder. Mit dem Projekt „Natürliche Waldentwicklung (NWE)“ leistet Niedersachsen einen wichtigen Beitrag zur „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS)“.

(Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)

 

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