Nach über 40 Jahren im Dienst des Waldes – Frank Winter im Ruhestand
(Unterlüß) Zum 1. Mai 2026 hat es im Forstamt Unterlüß der Niedersächsischen Landesforsten einen personellen Wechsel gegeben: Nach vielen Jahrzehnten im Dienst hat sich Revierleiter Frank Winter (66) in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolge tritt Beke Döscher (44) an, die seitdem das Revier Dalle verantwortet.
Für Frank Winter schließt sich damit ein Berufsleben, das früh begann – und zwar nicht erst mit Studium oder Ausbildung, sondern schon in der Kindheit. Geboren und aufgewachsen im Landkreis Helmstedt, entwickelte er bereits als Schüler eine große Begeisterung für Natur und Jagd. Während andere die Bravo lasen, griff er lieber zu Jagd- und Tierzeitschriften. „Die Natur hat mich schon immer fasziniert – draußen habe ich mich einfach wohlgefühlt“, erinnert er sich.
Seine ersten praktischen Erfahrungen sammelte Winter bereits während der Schulzeit: In den Ferien arbeitete er in der Revierförsterei Waldhof nach dem Sturm 1972. „Es war spannend, die neuen Baumsetzlinge zu pflanzen – und ich erinnere mich noch genau an die nassen Pflanzlöcher zu meinen Füßen“, erzählt er. Schon damals stand für ihn fest, dass der Försterberuf mehr als nur ein Gedanke war.
Nach dem Studium der Forstwirtschaft in Göttingen begann Winter 1986 seinen Vorbereitungsdienst im ehemaligen Forstamt Ebstorf. Bereits drei Tage nach dem Abschluss wurde er als Leiter des Jugendwaldheims in Sellhorn eingestellt – ein gelungener Einstieg in die berufliche Praxis, inklusive Dienstgehöft. 1990 wechselte er in die Revierförsterei Celle. Die Betreuung des Stadtwaldes brachte abwechslungsreiche Aufgaben mit sich, und die folgenden 15 Jahre vergingen für ihn „wie im Flug“.
Im Zuge struktureller Veränderungen innerhalb der Forstverwaltung bewarb sich Winter 2005 erfolgreich auf das Revier Dalle im Forstamt Unterlüß. Mit rund 2.200 Hektar war das Revier für damalige Verhältnisse groß dimensioniert. Die Anfangsjahre waren geprägt von Herausforderungen – insbesondere durch überhöhte Wildbestände, die eine natürliche Verjüngung des Waldes erschwerten. Neu gepflanzte Bäume konnten vielerorts nur mithilfe eines Zauns heranwachsen.
Parallel dazu begann der großflächige Umbau von reinen Kiefernwäldern hin zu stabilen Mischwäldern. „Der Waldumbau war spannend – wir konnten viel ausprobieren. Es war alles in allem eine gute und richtige Entscheidung, Förster zu werden. Es war eine Ganzheit“, so Winter rückblickend.
Ein besonderes Anliegen war ihm stets die Umweltbildung. Bereits früh betreute er Praktikanten, seit 2014 bildete er gezielt junge Forstleute aus. „Durch die Arbeit mit jungen Menschen bleibt man selbst wach und offen – fachlich, sowie im Kopf“, sagt er. Auch Extremereignisse wie die Sturmschäden der Jahre 2018 und 2022 prägten seine Zeit im Revier: „Es war herausfordernd, aber immer erfüllend. Rückblickend hätte ich mir kein anderes Berufsleben vorstellen können.“
Neue Försterin im Forstamt Unterlüß – Es geht weiter mit vielfältiger Erfahrung
Mit Beke Döscher übernimmt nun eine Försterin das Revier, deren Weg zwar weniger geradlinig im klassischen Forstbereich verlief, sie aber vielfältige Erfahrungen in die neue Aufgabe mitbringt. Aufgewachsen im Alten Land bei Stade, kam sie zunächst ohne forstliche oder jagdliche Prägung zum Wald – jedoch mit großem Interesse.
Ein Schülerpraktikum im Forstamt Harsefeld, Revier Rüstje, legte den Grundstein. Nach der Realschule absolvierte sie von 1998 bis 2001 eine Ausbildung zur Forstwirtin im Forstamt Rotenburg. Es folgten die Fachoberschule in Ebstorf sowie Tätigkeiten in einer Baumschule und im Jugendwaldheim Siedenholz. Von 2004 bis 2008 studierte sie schließlich Forstwirtschaft in Göttingen.
Nach dem Vorbereitungsdienst im Bergland bei Dassel gestaltete sich der Berufseinstieg zunächst schwierig. Döscher sammelte Erfahrungen außerhalb der klassischen Forstverwaltung – unter anderem als Assistentin der Einkaufsleitung bei einem Holzunternehmen in Lüneburg sowie in weiteren Tätigkeiten in der Privatwirtschaft und im gemeinnützigen Bereich.
2019 kehrte sie in den forstlichen Bereich zurück und übernahm ein Revier bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. 2023 folgte dann der Wechsel zu den Niedersächsischen Landesforsten als Holzkoordinatorin. Dank ihrer vorherigen Tätigkeiten verfügte sie über ein gutes Netzwerk und fundierte Kenntnisse forstlicher sowie darüber hinaus gehender Abläufe.
Die Arbeit im Forstamt und der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen draußen in der Fläche bestärkten sie in ihrem Wunsch, wieder näher am bzw. im Wald zu arbeiten. Die Bewerbung auf das Revier Dalle war daher ein bewusster Schritt zurück in die praktische Forstwirtschaft.
Seit Mai 2026 verantwortet sie nun rund 2.500 Hektar Waldfläche in fünf Forstorten, die sich von sandigen, trockenen Standorten bis hin zu feuchteren, nährstoffreicheren Böden in den Landkreisen Celle und Gifhorn erstrecken. Neben der Revierleitung an sich koordiniert sie die Waldarbeitergruppe für den Lüßwald.
„Ich bin froh über die Umwege und die Erfahrungen, die ich sammeln konnte – aber jetzt bin ich endlich da angekommen, wo ich immer hinwollte: draußen im Revier. Der Drang zurück in die Fläche war immer da“, beschreibt Döscher ihren Weg.
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