Nach über 30 Jahren im Dienst: Christina Marx verabschiedet sich in den Ruhestand

 In Forstamt Unterlüß, Regionale Presseregion Nordost

(Unterlüß) Nach mehr als drei Jahrzehnten im Dienst der niedersächsischen Forstverwaltung und den Niedersächsischen Landesforsten (NLF) verabschiedet sich Christina Marx als Verwaltungsdezernentin des Forstamtes Unterlüß in den Ruhestand. Von nun an übernimmt Johannes Schäfer die Position und verstärkt seit dem 1. Juni das Leitungsteam des Forstamtes.

Für Christina Marx begann der Weg in die Forstwirtschaft zunächst eher zufällig. Die heute 61-Jährige wurde in Wetzlar an der Lahn geboren und hatte ursprünglich keinen forstlichen Hintergrund. Nach dem Abitur im Jahr 1984 stellte die Universität Gießen verschiedene Studiengänge vor – die Forstwirtschaft weckte dabei ihr Interesse.

„Die Forstwirtschaft klang damals einfach spannend. Besonders die Mischung aus Natur, praktischer Arbeit und langfristigem Denken hat mich sofort angesprochen“, erinnert sich Marx.

Damals gehörte vor dem Studium noch ein verpflichtendes Praktikumsjahr dazu. Dieses absolvierte sie im Forstamt Butzbach bei Hessen Forst. Das Forstamt galt damals als sogenanntes ANW-Forstamt – geprägt von den Grundsätzen des Arbeitskreises Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) und einem starken Fokus auf naturnahe Waldbewirtschaftung. Die dort vermittelten Ansätze und zahlreichen Exkursionen prägten Marx nachhaltig.

„Die Zeit im Forstamt Butzbach war sehr prägend. Wir hatten viele Exkursionen, haben naturnahe Waldwirtschaft unmittelbar erlebt und ich habe gemerkt: Das ist genau das Richtige“, sagt Marx.

1985 begann sie ihr Studium der Forstwirtschaft in Göttingen, das sie bis 1988 absolvierte. Mit rund 90 Studierenden gehörte ihr Jahrgang zu den größeren Ausbildungsjahrgängen dieser Zeit.

Durch ihre Partnerschaft verschlug es Marx später ins Wendland. Nach der Geburt ihres Sohnes begann 1990 ihre Anwärterzeit im Forstamt Bleckede in der Revierförsterei Junkerwerder – zu einer denkbar herausfordernden Zeit. Die schweren Winterstürme Vivien und Wiebke hatten große Schäden verursacht.

Als Revierassistentin war Marx unmittelbar mit der Aufarbeitung der Sturmfolgen beschäftigt.

„Das waren intensive Jahre. Vieles musste organisiert, koordiniert und praktisch bewältigt werden. Diese Zeit hat mich fachlich und persönlich sehr geprägt“, blickt Marx zurück.

Bis 1997 arbeitete sie – unterbrochen von familiären Auszeiten – als Revierassistentin. Anschließend übernahm sie Aufgaben als Försterin für Waldinformation und Umweltbildung. Ab 2005 wechselte sie in die Betriebsleitung der Landesforsten in den Bereich Controlling und Interne Revision, übernahm später Führungsverantwortung als Teamleiterin sowie die Sachgebietsleitung Finanzmanagement.

Seit 2020 war Marx schließlich als Verwaltungsdezernentin im Forstamt Unterlüß tätig. Dort verantwortete sie als Teil der Forstamtsleitung unter anderem die Bereiche Liegenschaften, Fuhrpark, Büroorganisation und Personal.

„Ich freue mich auf mehr Zeit für Reisen, meine Imkerei und alles, was im Berufsalltag oft zu kurz gekommen ist. Gleichzeitig gehe ich mit vielen schönen Erinnerungen und großer Dankbarkeit“, sagt Marx.

Junger Forstkollege übernimmt

Mit Johannes Schäfer übernimmt ein junger Forstmann die Nachfolge. Der 27-Jährige wuchs in Wolfsburg auf. Der Bezug zum Wald wurde wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt: Sein Vater leitet die Stadtforst Wolfsburg.

Nach dem Abitur absolvierte Schäfer zunächst ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Nationalpark Wattenmeer.

„Das Jahr am Meer war spannend – aber irgendwann habe ich gemerkt: Der Blick aufs Wasser ist schön, aber mir fehlte der Blick in den Wald. Da wusste ich ziemlich schnell, wohin der Weg gehen soll“, sagt Schäfer.

2018 begann er das Studium der Forstwirtschaft an der HAWK, das er 2022 mit dem Bachelor abschloss. Erste Berührungspunkte mit Verwaltungsarbeit sammelte er bereits während des forstlichen Vorbereitungsdienstes unmittelbar nach dem Studium.

2024 begann er als Unterstützung des Verwaltungsdezernats im Forstamt Saupark. Dort lernte er neben dem klassischen Tagesgeschäft auch besondere Einrichtungen wie das Jagdschloss und das Wisentgehege kennen.

„Die Zeit im Forstamt Saupark war unglaublich lehrreich. Verwaltung im Forst ist deutlich vielseitiger, als viele denken – genau das macht die Arbeit spannend“, sagt Schäfer.

Seit dem 1. Juni ist er nun offiziell Verwaltungsdezernent im Forstamt Unterlüß.

„Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe, auf das Team und darauf, die Abläufe und Besonderheiten des Forstamtes kennenzulernen“, so Schäfer.

Das Forstamt Unterlüß bedankt sich bei Christina Marx für ihr langjähriges Engagement und die geleistete Arbeit und wünscht ihr für den Ruhestand alles Gute. Gleichzeitig begrüßt das Team Johannes Schäfer herzlich und wünscht ihm einen erfolgreichen Start in seiner neuen Funktion.

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