Immer mehr Abfall landet illegal im Wald
Den Preis zahlen Umwelt und BürgerInnen
(Bramsche/Ankum) Erneut ist im Bereich der Försterei Westerholte im Forstamt Ankum der Niedersächsischen Landesforsten Abfall im Wald entdeckt worden, diesmal in der Nähe von Bramsche. Mitarbeitende stoßen bei ihrer täglichen Arbeit immer wieder auf zurückgelassene Materialien. Für die Umwelt, Pflanzen und Tiere kann das problematisch sein – in manchen Fällen sogar tödlich.
Immer wieder finden die Mitarbeitenden des Forstamtes Ankum illegal entsorgten Abfall in den Wäldern der Niedersächsischen Landesforsten. Dabei reicht das Spektrum von Haushaltsmüll über Abfällen aus dem Garten bis hin zu Sperrmüll und Elektroschrott. Dieses Mal sorgen 12 Säcke Mineralwolle und diverse Kunststoff-Platten, sowie Glasbruch für Unmut. Es handelt sich hierbei mutmaßlich um Teile von Solarthermie-Kollektoren. „Alte Mineralwolle ist giftig, nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere. Die Fasern können sich in der Umwelt anreichern und sie, ähnlich wie Mikroplastik, belasten. Zudem sind im restlichen Abfall wahrscheinlich noch weitere umweltschädliche Stoffe enthalten, die in den Boden und das Grundwasser gelangen könnten“, schildert Sebastian Höft, Forstamtsleiter des Forstamtes Ankum.
Müll im Wald gefährdet Pflanzen, Tiere und Umwelt
Illegale Abfallentsorgung wird behördlich verfolgt. Ob es sich dann um eine Ordnungswidrigkeit handelt oder eine Straftat ist, hängt von Art und Menge des Mülls und dessen Auswirkungen auf die Umwelt ab. Insbesondere Sperrmüll, aber auch Gartenabfälle, können erhebliche ökologische Schäden verursachen, etwa durch Gefahren für Tiere oder die langfristige Beeinträchtigung durch das Einwandern von gebietsfremden Pflanzenarten von Lebensräumen.
Der aktuelle Fall wurde beim zuständigen Ordnungsamt gemeldet sowie bei der Polizei zur Anzeige gebracht. „Wir sind bei solchen Fällen auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen“, so Höft. In der Vergangenheit konnten so bereits mehrfach Verursachende ermittelt werden, indem z. B. auffällige Fahrzeug und deren Kennzeichen im Wald gesehen wurden, oder Hinweise zur möglichen Verursacherin oder zum möglichen Verursacher bei der Polizei eingingen.
Illegale Müllentsorgung ist nicht kostenfrei
Wer kostenpflichtigen Müll im Wald entsorgt, will meist Geld sparen. Aber die illegale Abfallbeseitigung im Wald macht Arbeit und kostet Geld. Die Mehrkosten werden über die Abfallgebühren, welche die Gemeinden erheben, auf die BürgerInnen umgelegt. „Finden wir illegalen Müll im Wald, benachrichtigen wir beim Landkreis. Dieser schickt ein Unternehmen, das den Müll einsammelt und zum Abfallbeseitigungszentrum bringt. Dort wird der Müll dann fachgerecht getrennt und entsorgt. Das macht niemand zum Nulltarif“, ordnet Sebastian Höft ein. Am Ende zahlen alle mehr, weil einige sich vor den Kosten drücken.
Der Forstamtsleiter wünscht sich von den Menschen mehr Feingefühl bei der Müllentsorgung. „Dass der Wald in Zeiten des Klimawandels von uns besonders viel Unterstützung braucht, weiß ja inzwischen jeder. Wenn wir uns dann auch noch mit dem illegalen Müll beschäftigen müssen, fehlt die Zeit für die wirklich wichtigen Aufgaben“, so Höft. Er weiß, dass er nur von einigen schwarzen Schafen spricht und appelliert an diese: „Bringen Sie Ihren Müll zum Abfallzentrum und leisten Sie damit einen Beitrag zum Wald- und Umweltschutz!“
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