Unterhaltungsarbeiten im FFH-Schutzgebiet „Gipskarstgebiet bei Bad Sachsa“ beendet

 In Forstamt Lauterberg, Harz, Regionale Presseregion Süd

 Forstamt Lauterberg baggert Drainagegräben aus zum Schutz von Orchidee, Hirsen-Segge und Sumpfdotterblume

(Bad Sachsa) Die Baggerarbeiten für den Naturschutz sind beendet. Das europäische FFH-Schutzgebiet 136 mit Namen „Gipskartsgebiet bei Bad Sachsa“ kann nun wieder gepflegt und bewirtschaftet werden. Die Drainagegräben an den Steinbruchsteich- und Hirseteichwiesen wurden so weit ausgehoben, dass das Wasser wieder gezielt abfließen kann und die beiden Nasswiesen gemäht werden können. Ziel ist es, das sehr artenreiche und gesetzlich geschützte Grünland mit seiner besonderen Vegetation zu erhalten. Die Niedersächsischen Landesforsten wollen auf ihren Feuchtwiesen seltene Blumen wie die Hirsen-Segge, Breitblättriges Knabenkraut, Sumpfdotterblume, Bach-Nelkenwurz, Fieberklee, Heil–Ziest oder Kümmelblättrige Silge schützen. Ohne regelmäßige Mahd würden sie verbuschen oder brachfallen. Bäume und Sträucher könnten sich ausbreiten und die geschützten Arten verdrängen.

Feuchtwiesen sind Relikte alter Kulturlandschaft aus Kloster-Zeit

Die Steinbruchsteichwiesen und die Hirseteichwiese stammen aus der Zeit des Klosters Walkenried. Zisterzienser-Mönche haben die Drainagegräben angelegt, um das Grünland zu bewirtschaften. Die Wiesen sind ähnlich alt wie die Klosterteiche und eine von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaft. Das natürlicherweise feuchte Gelände ist bis in die Sommermonate hinein so nass, dass eine Bewirtschaftung ohne regulierten Wasserabfluss nicht möglich wäre. Die Drainagegräben helfen dabei, den Wasserstand gezielt zu regulieren und ermöglichen so die Mahd.

„Der Bereich der Steinbruchsteichwiese, den wir bearbeiten, trägt die Kennzeichnung Lebensraumtyp (LRT 6510) “Magere Flachland-Mähwiesen“. Das Forstamt hat mit jahrelanger Pflege durch örtliche Landwirte einen guten Erhaltungsgrad erreicht. Diesen guten Zustand laut NATURA 2000-EU-Recht wollen wir beibehalten. Dies geht nur durch Mahd. Deswegen darf die Wiese nicht zu nass sein“, beschreibt Nadia Mehde die hohen Anforderungen. Die Naturschutz-Försterin verantwortet die einwöchigen Baggerarbeiten und berät das Forstamt Lauterberg in Fragen der Grünlandpflege. Die Landesforsten seien in den Landkreisen Göttingen und Goslar ein flächenmäßig bedeutender Grünlandbewirtschafter, erinnert die Forstfrau und Waldökologin an eine Vielzahl von Berg- oder mageren Flachland-Mähwiesen im Harz und seinem Vorland.

Quellen: Orchideenwiese in den Landesforsten

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